Kulinarische Trends im Wandel der Zeit (Teil III) …

von der Nahrungsaufnahme zur Lust auf Genuss.

Im Mittelalter Senanque 15

begann erneut in unseren Breiten die Suche nach ausgefallenen Delikatessen. Von den „Nordländern“ kam kulinarisch gesehen zu dieser Zeit (fast) nichts und so waren es zuerst nur die Italiener die ihre Küche stetig verfeinerten und neue genussvolle Rezepte verbreiteten, allerdings gab es damals noch keine Pizza Diabolo und  Spaghetti Bolognese. Das dunkle Mittelalter endet erst mit der Entdeckung der „Neuen Welt“, somit der Entdeckung der Tomaten, Maiskolben, Kakao- und Kaffeebohnen, Chili sowie Paprikafrüchte durch die Seefahrer nach Kolumbus. Über die Heilwirkung von Kräutern wie Salbei, Minze, Thymian wussten meistens die Kräuterhexen und Mönche statt. Und weil auch dieses Wissen der gebildeten Frauen dem Klerus damals zu frech daherkam, wurde mal eben eine Inquisition angezettelt. Nun denn …Franziskaner

Die heute überlieferten Rezepte der Römer wurden wie auch andere Schätze verschiedenster Kulturkreise in den Klöstern bewahrt. Die Mönche erweiterten dieses Wissen stetig und waren je nach Orden wahre Genießer und Biertrinker. Somit darf man eigentlich auch der kath. Kirche die Entwicklung der Braukunst verdanken, zum Beispiel das aktuelle Szene-Bier „Kleiner Mönch“ von der Brauerei Alpirsbacher 😉 oder die kollektiven Kultbesäufnisse …

Villandry castle in Val de Loire
Villandry castle in Val de Loire

Die Renaissance

als größte europäische Kulturepoche (16. und 17. Jahrhundert) verbreitete sich nach 1500 von Italien aus. Historiker finden daher die Wiege der verfeinerten Kochkunst bei den Nachfahren der Römer. Aus einer sich verbreitenden Atmosphäre des Forschens und Experimentierens in allen Bereichen nimmt auch die gesamte europäische Esskultur diese Impulse auf, um ihre eigenen Küchen zu profilieren bzw. zu entwickeln. Besonders die französische Küche verändert sich mit dem im Jahr 1651 veröffentlichten Kochbuch „Le Cuisinier“ von De la Varenne.

Barock & Rokokko

machten die ersten Meisterköche berühmt als Botschafter der klassischen französischen Küche (17. und 18. Jahrhundert). Hier findet man bereits viele Kochbücher mit Rezepten der Königshöfe und Fürstenhäuser Europas. Nachdem die französische Küche während der Regierungszeit Ludwig XV. (1710 bis 1744) ihren ersten Höhepunkt erreicht, werden viele Rezepte nach berühmten Persönlichkeiten benannt und von damaligen Küchenchefs für die Feinschmecker der heutigen Zeit bewahrt. Viele dieser so genannten „Garnituren“ werden noch heute in der klassischen Ausbildung zum Koch vermittelt, so z.B. „Burgundersauce“ „Sauce Robert“ oder „Rostbraten a la Esterhazy“

Im Teil IV lesen Sie dann über den Verlust des Monopols auf den guten Geschmack während der Jahrhundertwende

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