Eintopf & Volksmedizin: Ribollita mit Olivenblättern

Ein Klassiker der italienischen Resteküche

Ribollita ist eine klassische italienische Gemüsesuppe, vergleichbar mit unserem Gemüse-Eintopf. Traditionell ist es ein bäuerliches Gericht aus der Toskana, welche ursprünglich aus Resten der Suppe des Vortages zubereitet wurde (wörtlich „wieder gekocht“). Inzwischen findet man im Internet unzählige „frische“ Varianten mit unterschiedlichen Gemüsesorten bzw. -kompositionen wie italienischem Grünkohl (Cavolo Nero), Fenchel, Karotten, Kartoffeln, manchmal auch mit Salsicca oder Fisch. Gemeinsam ist bei allen Ribollitas die Einlage von italienischem Brot und ein Topping mit geriebenem Parmesan und etwas Olivenöl.

Aufpimpung einer Normalo-Suppe mit Olivenblättern

Mit diesem Rezept wird eine „Ribollita a la Resteverwertung“ präsentiert, die keinen Anspruch darauf erhebt dem Original zu entsprechen. Das Motto lautet auch hier  „Taste before you waste“! Diese leckere Resteverwertung wird jedoch, durch die Verwendung von Olivenblättern mit ihren würzigen Geschmack und gesundheitsfördernden Eigenschaften, in aussergewöhnlicher Weise „aufgepimpt“.

Olivenblättertee eignet sich auch zum Suppe kochen

Mediterrane Volksmedizin

Die Kraft des Olivenbaumes steckt in den Blättern, so lautet nicht nur die Botschaft von almasol, ein Importeur von hochwertigen Oliven-Produkten wie z.B. dem arve Bio-Olivenblättertee. In der Gourmet-Szene wurde das Olivenöl von almasol im Magazin „Der Feinschmecker“ bereits mehrfach prämiert.  Die Erkenntnisse über Olivenblätter beruhen zum einen auf neueren wissenschaftlichen Forschungen und zum anderen auf dem reichhaltigen Erfahrungsschatz der mediterranen Volksmedizin:

„Die positiven Eigenschaften des Olivenöls auf unsere Gesundheit sind schon lange bekannt. […] Auch die Blätter des Olivenbaumes stärken die Gesundheit und zählen zu den ältesten Therapieformen des Abendlandes. In den Olivenblättern steckt die konzentrierte Kraft des ganzen Baumes und der Gehalt an gesundheitsfördernden Wirkstoffen ist noch weitaus höher als im Olivenöl. Allen voran das Oleuropein. Wie das Olivenöl enthalten auch Olivenblätter Oleuropein, phenolische Verbindungen, organische Säuren und sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide. Verantwortlich für die gesundheitlichen Eigenschaften vom Olivenöl ist allerdings zu einem großen Teil der Wirkstoff Oleuropein. Im Olivenblatt tritt Oleuropein in einer wesentlich höheren Konzentration auf als in der Olive. Dieser Wirkstoff ist es, der den immer grünen Olivenbaum vor Krankheiten schützt. Aus diesem Grund werden Olivenbäume mehrere hundert Jahre alt.“

Italienische Gemüsesuppe: Ribollita mit Olivenblättersud

Meine Botschaft: Olivenblätter nicht nur als Tee verwenden, sondern auch in Suppen. Der Geschmack ist aromatisch, wenn auch nicht mit dem von Oliven vergleichbar.

Gemüsesuppe a la Ribollita mit Olivenblättern

Zutaten für 2 Personen

  • 1 große Karotte
  • 2 Kartoffeln (hier Vitelotte)
  • 2 Schalotten
  • 2 EL Olivenöl zum Andünsten
  • 600 ml Gemüsebrühe
  • 2 EL Olivenblättertee
  • 1 Frühlingszwiebel zum Bestreuen
  • 1 TL Oregano oder auch italienische Kräutermischung
  • Prise Muskatblüte
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • altes Weißbrot (optional geröstet)
  • 2 TL Olivenöl zum Beträufeln
  • 2 EL frisch geriebenen Parmesan (optional)

 

Zubereitung
  1. Karotte und Kartoffeln schälen und in  Würfelchen (0,5 cm) schneiden. Schalotten in Ringe schneiden. Zuerst die Würfel in Olivenöl leicht anbraten, dann die Schalotten zugeben und auf kleiner Hitze dünsten. Mit etwas Gemüsebrühe 2 mal ablöschen und diese verdunsten lassen, d.h. das Gemüse so lange glacieren bis die Würfelchen leichten Biss haben.
  2. Mit der restlichen Gemüsebrühe auffüllen und kurz aufkochen. Olivenblätter in einen Teefilter oder ein Teesieb füllen und diesen zusammen mit italienischen Kräutern in die heiße Gemüsesuppe geben, auf kleiner Flamme ca 10 Minuten unter verschlossenem Deckel ziehen lassen. Abschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken und Teefilter entfernen.
  3. Anrichten – Die Suppenschale mit etwas Weißbrot auslegen und die Gemüsesuppe a la Ribollita einfüllen. Mit Parmesan und etwas Olivenöl wird optisch quasi die Krone aufgesetzt, welche der „geadelten“ Suppe mit den Blättern des Olivenbaumes ohnehin bereits inne wohnt.

 

Geschmacksprofil

Wie bereits eingangs erwähnt, kann Ribollita auf 1001 Art schmecken, je nach Zutatenkomposition. Einzigartig ist in diesem Rezept die aromatische Komponente der Olivenblätter, die an grünen Tee erinnert, leicht bitter, herb, frisch und milder als grüner Tee.

Tipp

Teetrinkern dürfte die Kombination von arve Bio Olivenblättertee mit Minze, Ingwer oder Zitronenverbene schmecken.

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4 Kommentare
  • Ruddy Rocket
    Veröffentlicht um 05:21h, 24 Januar Antworten

    Super Rezept – einfach und aussergewöhnlich zugleich.
    Und dann noch das mit den Olivenblättern … musste ich einfach weiter empfehlen!

    • Cookinator
      Veröffentlicht um 17:33h, 24 Januar Antworten

      Danke für die Blumen, … beim Oliven(öl)kauf immer dran denken, dass auch Olivenblätter ernährungsphysiologisch wertvoll sind 😉

      kulinarische Grüße
      Stephan

  • marco
    Veröffentlicht um 10:55h, 29 Januar Antworten

    Taste before you waste! Genau mein Motto! Und so eine wärmende Ribollita steht insbesondere in der kalten Jahreszeit gerne auf dem Tisch. Die wird dann auch schnell mal zur Ri-Ri-Ribollita – schmeckt bei jedem Aufwärmen noch ein Stückchen besser 🙂

    Passenderweise habe ich seit einigen Tagen auch etwas Olivenblättertee daheim, ein Produkt, welches mir bis anhin gänzlich unbekannt war. Deine Verwendung hier ist jedenfalls vorgemerkt, merci Stephan!

    • Cookinator
      Veröffentlicht um 19:24h, 21 Februar Antworten

      Für Dich als Japan Fan gibt es jetzt hier auch einen deutschen Gemüse Rindfleisch Eintopf mit japanischer Geschmacksexplosion 🙂 Ja, auch Olivenblätter gibt es in Japan wie Du wahrscheinlich weisst.

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