Taste the Waste trifft Fine Dining: Chakalaka Veggies

In einigen Regionen Afrikas wäre dieser in Foodblogger-Kreisen definierte Terminus ( früher nannte man das Resteverwertung) purer Sarkasmus. „Taste the Waste“ ist dort, wo es keine übrig gebliebenen Lebensmittel  gibt,  ein  Begriff der genauso unverständlich erscheint wie die „zivilisierte“ Luxus-Seuche Fettleibigkeit.

Upcycling Food

Als Koch sah ich früher Unmengen an Lebensmitteln, die nach dem Buffet-Abbau im „Food Recycling“ für Schweine oder Biogas Verwendung finden (mussten). Inspiriert durch diese Gedanken und schlechtes Gewissen scannte ich einen Tag vor Urlaubreise meinen Kühlschrank nach Überbleibseln ab, die meine Küchenabstinenz nicht schadlos überstehen würden.

Da meine Left-Overs den Versand in die von der Hunger-Politik geplagten Regionen Afrikas nicht schadlos hinnehmen würden, zauberte ich einfach zwecks Gewissensberuhigung ein Low-Budget Fine Dining mit der afrikanischen Gewürzmischung Chakalaka. Diese und zwei weitere Gewürzmischungen durfte ich mir zudem kostenlos beim Gewürz Onlineshop  vom Achternhof vor ein paar Wochen auswählen. Danke dafür!

 

Chakalaka Veggies

Zutaten-Reste, die ich in meinem Kühlschrank so fand:

  • Karotten
  • Zucchini
  • Frühlingszwiebel
  • weisse Bohnen, geöffnete Glasware
  • Pastinake
  • Sellerieecke
  • Schalotte
  • Petersilienwurzel
  • Sprossenkeimlinge
  • Rucola
  • leider kein Fleisch/Fisch/Käse

Für die Aufpimpung des veganen Geschmacksprofils mit Anspruch „Fine Dining“ verwendete ich aus dem unverderblichen Bestand:

  • Sonnenblumenöl zum Anbraten des gestiftelten Gemüses
  • Arganöl zum Aromatisieren des Weisse Bohnen/Wurzelgemüse Pürees
  • Chakalaka Gewürzmischung (bestehend aus Tomatenflocken, Curry, Chili, Suppengewürzmischung, Paprika, Meersalz)
  • homemade Gemüsebrühe in Eiswürfeln
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle

 

Zubereitung
  1. Karotten und Zucchini in grobe Stifte hobeln. Frühlingszwiebel in 4 Teile schneiden. Weisse Bohnen, gewürfelte restliche Wurzelgemüse , geviertelte Schalotte in wenig Gemüsebrühe weich kochen, pürieren, Püree- Konsistenz checken, und mit Salz, Pfeffer abschmecken. Butter oder Öl macht dieses Püree etwas cremig-aromatischer. Warmhalten.
  2. Vorbereitetes Gemüse in Öl leicht anbraten und mit Chakalaka-Gewürz und einer Prise Salz würzen.
  3. Ringaustecher mit etwas Arganöl (oder Nussöl) innen einpinseln und das heisse Püree dort einfüllen, mit einem Löffel in der Form auf den Teller „pressen“. Rucolazweige reinstecken oder geröstete Mandelsplitter obendrauf legen. Gebratene Gemüsestifte und Sprossenkeimlinge drum herum legen.

 

Geschmacksprofil

Woow, … Gemüse-Reste wurden hier schmackhaft kombiniert! Mit einigen Tropfen Arganöl, eines der teuersten Speiseöle der Welt, kann man sogar ein Püree aus Weissen Bohnen und weißem Wurzelgemüse auf Sterneküche-Niveau pimpen. Die nussig-scharfen Noten des Rucola gepart mit wenig Arganöl krönen dieses weisse Püree zu einem  Food Pairing mit Überraschungseffekt. Und das orange-grüne Gemüsegestiftel, gewürzt mit Chakalaka hat den Charme der dem einer African Queen sehr nahe kommt. Ein Fine Dining Veggie Rezept: einfach zubereitet, fast kostenneutral, zudem exotisch-aromatisch!

 

Fine Dining, Taste the Waste und Low Budget. Eine luxuriös anmutende Konzept-Troika, die in Teilen Afrikas vermutlich weiterhin absurd bleiben wird wie so manche Agrarpolitik der EU.

Ein weiteres „Taste the Waste“Rezept gegen die Lebensmittelverschwendung:

Surreale Low Carb Bärlauch-Spaghetti

2 Kommentare
  • kochen-und-backen-im-wohnmobil
    Veröffentlicht um 16:21h, 16 Mai Antworten

    Wow! Da sieht sehr gut aus und hört sich wahnsinnig lecker an! Ich mag Arganöl sehr und liebe es pur nur mit etwas Brot! Tolle Resteverwertung!!
    Viele Grüße, Doreen

    • Cookinator
      Veröffentlicht um 16:52h, 16 Mai Antworten

      Lieber Voodoo Food Zauber als Biogas 😉

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