Wertvoll Kochen: Einblick in Videoproduktion von Regio TV

Regionale Zutaten, zubereitet von regionalen Spitzenköchen aus dem Südwesten Baden Württembergs. Seit Januar 2015 wird von Regio TV in Zusammenarbeit mit dem Fränkel-Kochclub aus Friedrichshafen die Sendung WERTVOLL KOCHEN produziert. Dem Zuschauer wird auf unterhaltsame Art schmackhaft vorgeführt, wie lohnenswert es ist, auf hochwertige Zutaten zu setzen. Während einer der zahlreichen Filmproduktionen mit dem 2 Hauben-Koch und Vollblutgastronom Robert Heinzelmann durfte ich einen Blick hinter die Kulissen eines filmreifen Kochstudios werfen. Mich interessierte, was genau die Akteure vor und hinter der Kamera während einer Videoproduktion tun, damit die Besonderheiten der Neuen Regionalen Küche beim Zuschauer mit viel Schmackes rüberkommt.

Live in Action im Fränkel Kochstudio (c) Dilger Foto-Design
Die Protagonisten am Herd im Fränkel-Kochstudio

Im wöchentlichen Wechsel kochen seit September 2018 die regional prominenten Chefköche Robert Heinzelmann und Ralf Hörger zusammen mit Spitzenköchen aus der regionalen Gastro-Szene.  Das Sendeformat „Wertvoll Kochen“ stellt vorwiegend die Regionalität sowie die moderne Interpretation der traditionellen Küche in aller Konsequenz in den Fokus: Köche, die neben ihrem Bekenntnis zur regionalen Küche auch mit ihrer unkonventionellen Kochkunst wirklich überraschen können.

Sebastian Kopitzki (links) präsentiert mit Rober Heinzelmann sein Verständnis von Neuer Regionaler Küche
(C) Dilger Foto-Design

So geschehen vor kurzem während der Videoproduktion im Fränkel-Kochstudio mit dem frisch gebackenen Küchenmeister Sebastian Kopitzki aus Konstanz. Zusammen mit „Rampensau“ Robert Heinzelmann bereitete er seine Kreation zu, inspiriert vom Klassiker Vitello Tonnato. Wer „nur“ ein Geschmackserlebnis gut bürgerlicher  Kulinarik erwartet, steht im Abseits. Denn Kopitzki zieht vorbei und trifft. Toor! Sein Statement ist ein ökologisch versierter Volltreffer, indem er dem Hype um den so arg gefangenen Thunfisch frech Paroli bietet.  Anstelle des Thunfischs  bevorzugt Kopitzki  nämlich regionalen Fang aus heimischem Gewässer.  Es ist ein geräuchertes Felchen, welches seiner Mayonnaisesauce regional inspirierten Zeitgeist einhaucht. Dazu werden die dünnen rosa Kalbsbratenscheiben und Kapernäpfel mit Cherrytomaten-Hälften begleitet, die zuvor im Ofen „halbgetrocknet“  und mit Olivenöl und Salzzitronensaft aromatisiert wurden. Ziemlich hipp und dennoch traditionell verwurzelt, einfach in der Zubereitung!

Neue Regionale Küche mit Bodensee-Fang: Inspiriert von Vitello Tonnato
(C) Dilger Foto-Design
Neue Regionale Küche

Eine überzeugende Komposition, welche unser aller Gaumen am Set so arg jubeln lässt, wie dies Thunfische sicherlich auch tun würden, wenn sie nur von ihrem Glück wüssten. Feinschmecker und Interessierte, die neugierig ihren kulinarischen Horizont mit Highlights dieser Art erweitern möchten, besuchen ab Juli 2019 Sebastian Kopitzkis neues Restaurant  „am schönsten Platz in Singen“, direkt neben dem Kulturzentrum Gems mehr erfahren

Robert Heinzelmann (links) und Sebastian Kopitzki live am Saibling

(c) Dilger Foto-Design

Eine Kochsendung entwickelt sich natürlich auch nur zum Hingucker, wenn der Moderator-Koch dem positiv besetzten Attribut „Rampensau“ weitgehend entspricht. Unter den TV-Koch-Spezies gibt es m.E. derer zwei Kategorien: Die „Kochkasperles“ und die Infotainment-Köche. Letztere Spezies unterhalten den wissbegierigen Zuschauer nicht nur mit Spontanität, Emotionen und Humor, sondern auch mit Informationswert und persönlichen Anekdoten. Robert Heinzelmann überzeugt mich als Zuschauer ihm zu folgen anstatt weg zu zappen. Seine Zuschauer bekommen Kochexpertise vermittelt, da er sich zusammen mit seinen wechselnden Kochkollegen über Zubereitungsmethoden und die Qualität der Zutaten austauscht. Alles in lockerer Atmosphäre ohne schulmeisterliches Getue oder Profilierungswahn. Insofern sind seine Sendungen m. M. nicht nur für ambitionierte Hobbyköche, sondern auch für Profis ein Infotainment erster Güte! Während Kopitzki im zweiten Dreh einen recht großen Saibling filetierte, erzählte der Asien-Fan Heinzelmann eine Anekdote aus der Expertise einer chinesischen Köchin. So war ich (als Profi) überrascht zu hören, dass die fetthaltigen Bauchlappen des Fischfilets dort als Delikatesse (trotz tranigen Geschmacks!) geschätzt werden. Seine Spontanität und Humor bewies Heinzelmann zwischendurch, als irgendwo im Gebäudekomplex des Fränkel-Kochstudios das Hämmern eines Handwerkers die laufende Videoproduktion bzw. Dreharbeiten störten. Auf die nervige Geräuschkulisse reagierte er mit dem beruhigenden Hinweis an die Zuschauer, dass vermutlich irgendwo im Haus ein Dutzend Schnitzel fürs Mittagessen platt gemacht werden. Ja, … das Kochen kann auch – entgegen der landläufigen Meinung – ganz entspannt ablaufen, so seine Botschaft.

Synchronisiertes „Plattmachen“ der Saiblingfilets

(C) Dilger Foto-Design
Die Akteure hinter der Kamera und ihr Equipment

Spannend war für mich auch der Einblick in den sogenannten Backstage-Bereich, d.h. Regie, Kamera, Styling, Beleuchtungstechnik. Das Fränkel-Kochstudio kann für Events gemietet werden und bietet auf 200 qm Grundfläche neben einer ganzheitlichen Medienausstattung auch eine Grundausstattung für Filmaufnahmen. Dazu gehören vier Deckenscheinwerfer und eine -Kamera, die aus der Vogelperspektive in die Töpfe oder auf die Zutaten auf dem Schneidebrett zoomen kann. Zudem ist für eine Filmproduktion weiteres Equipment nötig, welches von Regio TV in ca. 90 Minuten aufgebaut  und ordentlich verlegt bzw. verkabelt werden muss. Da auch zahlreiche Fotos am Set gemacht werden, wird natürlich auch die hochwertig ausgestattet Küche und die zu verarbeitenden Zutaten stylisch in Szene gesetzt. WERTVOLL KOCHEN eben!

Regisseur Pfeifer (2. von links) gibt Instruktionen an die Kameraleute und Köche

Dem Regisseur Robert Pfeifer durfte ich während der Videoproduktion über die Schulter auf sein Monitor-Mischpult schauen. In einem separaten Raum sitzend, kommuniziert er permanent mit den drei Kameramännern via Headset was sie genau mit ihrem Objektiv jetzt einfangen sollen. Alles wird von insgesamt vier Kameras erfasst: Die Mimik und die Handgriffe der Köche, die Zutaten, das Equipment, der Kochprozess. Von Oben, von Rechts, Links und Front-Mitte der Kochinsel. Die Kunst des Regisseurs liegt darin, blitzschnell während des laufenden Drehs zu entscheiden, welche Kamera  im Moment mit welcher Einstellung für eine leicht verständliche Darstellung der Zubereitung relevant ist. Dabei immer den Unterhaltungswert der Köche im Blickfeld, schließlich wird ja nicht nur das Gericht und dessen Zutaten inszeniert. Vielmehr ist es die ganzheitliche Story, welche die spezifische Würze einer lehrreichen Kochsendung ausmacht: Die unterschiedlichen Charaktere der Protagonisten samt ihrer Mimik, der Content, Produktpräsentationen und … Emotionen beim Zuschauer auslösen. Denn das Ziel ist, dass Zuschauer entweder in ihrer Küche Gutes aus der Region zubereiten oder einfach mal die Küche der Spitzenköche entdecken.

Am Regie-Pult werden die relevanten Filmsequenzen der 3 Kameras von Robert Pfeifer live zusammengesetzt

„Ein erfahrener Regisseur sorgt dafür, dass möglichst wenig Nachbearbeitung beim Zusammensetzen der einzelnen Videosequenzen erforderlich ist“, so Robert Pfeifer mit einem Augenzwinkern. Ich war überrascht wie zügig und mit wieviel Effizienz die einzelnen Zubereitungsschritte in doch ziemlich entspannter Arbeitsatmosphäre abgedreht wurden. Auf dem Hauptmonitor der Regie konnte ich sehen, welche der vier Kameras im Moment für die laufende Videoproduktion WERTVOLL KOCHEN relevant ist. Dabei hatte ich mit Blick auf die Live-Schnittfolge auf dem kleinen Kontroll-Monitor den Eindruck, eine bereits abgeschlossene Filmproduktion zu sehen. Glückwunsch an alle Beteiligten am Set!

Fazit

Die Region im Südwesten zeigt mit eigenständiger  Kreativität auf beeindruckende Art wie Moderne schmecken kann. Neue Regionale Küche, unterstützt durch die tolle Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure wie TV Regio, den Förderer  des Fränkel-Kochstudios und nicht zuletzt die innovativen meist jüngeren Köche. Einheimische wie auch Touristen erfahren durch das Sendeformat WERTVOLL KOCHEN, was die Jungen Wilden unter den Gastronomen im Südwesten so auf der Pfanne haben. Abseits vom Mainstream a la Salatteller mit Zanderknusperle oder (liebloser) Kässpätzle, offenbaren sich seit ein paar Jahren immer mehr leckere Überraschungen, endlich.

Vielen Dank an alle Beteiligten, vor allem dem Sender RegioTV und Fränkel-Kochstudio, für den freundlichen Empfang und die offenen Gespräche. Die Fotos wurden, da wo kenntlich gemacht, von Udo Dilger (Aufnahmeleitung) freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass dieser Artikel kein sponsored Post ist! Vielmehr hatte ich zunächst ein persönliches Interesse und dann auch ein Anliegen. Erstmal war ich mega neugierig einen Einblick in eine Filmproduktion zu bekommen.  Da mich jeder der Beteiligten von A bis Z qualitativ überzeugt hat, hätte ich ein ziemlich schlechtes Gewissen, wenn ich diesen Blog-Artikel über die Videoproduktion nicht so detailliert verfasst hätte. So haben alle kulinarisch Interessierten die Möglichkeit die Moderne unserer regionalen Küche im Südwesten kennenzulernen. Einfach mal reinschauen bei WERTVOLL KOCHEN.

1Kommentar
  • Waltraut
    Veröffentlicht um 22:18h, 28 März Antworten

    Eine launige Produktion mit wunderbar wohlschmeckenden Gerichten

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