Advent, Advent, die Tomatensuppe brennt …

Flammenzauber

In der ach so besinnlichen Adventzeit lassen wir selbige Kerzen üblicherweise kontrolliert abbrennen. Wer am finalen heiligen Abend vor lauter Geschenk-Hysterie und familiärem Tohuwabohu den Wachs-bekerzten Tannenbaum nicht mehr im Blick hat, zelebriert entweder „No Risk no Fun“ oder praktiziert Kontrollverlust. Denn die explosionsartig schnelle Verwandlung von frischem TannenGrün hinzu geräuchertem TrauerSchwarz ist latent vorhanden.  Für die Betroffenen gilt „black is beautiful“ plötzlich nicht mehr. Schwarz wird nämlich ganz fix das ganze Drumherum, wenn dem drohenden SuperGAU oft fälschlicherweise mit Wasser anstatt Löschdecke Paroli geboten wird. Wer hingegen den Tannenbaum LED-elektrifiziert zum Leuchten bringt feiert zunächst einmal diesbezüglich sicher entspannt, aber irgendwie „steril“. Nun denn,  ein Dilemma. Echter Flammenzauber hat nun mal eine archaische Aura, die wir ja auch am Holzkohlegrill schätzen. Hier nun eine sichere Alternative, kulinarisch in Szene gesetzt.

Flackernde Tomatensuppe

Vorteilhaft für´s Auge und eher sicher ist diese weihnachtliche Alternative! Einfach die Flammen-Show in die Suppenschale projezieren: Diese vegan flackernde Tomatensuppe (Rezept für 4 Personen) ist vor/nach der Bescherung ein heißer Blickfang. Tatsächlich, da glotzen dann 8 Augäpfel ständig hin, … verhindern somit das unkontrollierte Abfackeln bzw. den dann notgedrungen freiwilligen Empfang der örtlichen Feuerwehr-Truppe!

 

Hauptzutaten für die Tomatensuppe, Spirituose kommt erst zum Finale ins Spiel

Vegan Lightning XMas Soup

(Morningstar-Dinner for 8 Eyeballs, 600 ml)

  • 1 kleine rote Zwiebel, fein gewürfelt
  • 1 EL Pflanzenöl oder Olivenöl
  • 400 ml passierte Tomaten
  • 250 ml Bio-Gemüsebrühe, … besser selbstgemachte!
  • 2 kleine Chilischoten, halbiert
  • 1 Sternanis
  • Prise  Zimt
  • Prise Koriander, Cardamom (optional)
  • 1 kleine Rote Beete Knolle, grob gewürfelt (Vakuum-Packung)
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle
  • jeweils 1 – 2 cl (Schnapsglas) Hochprozentiges mind. 42%  (z.B. Anisette, Gin )
  • 4 kleine Keksausstecher für die Show, in Sternform, z.B. Morgenstern
  • 2 EL gehackte Blattpetersilie zum Bestreuen
  • 2 TL rote Pfefferbeeren zum Bestreuen
  • 1 Pinzette und eine kleine Schüssel gefüllt mit Wasser (wegen der Sicherheit)

 

 

Zubereitung

Das Wichtigste zuerst: Hier wird mit Hochprozentigem flambiert und ich schließe jedwede Haftung hinsichtlich möglicher Fehler die den Lesern dieses Artikels bei dieser Suppen-Zubereitung mit Feuer unterlaufen können aus, basta! Falls Ihr Muslim(a) seid, lasst das mit dem Hoch%igem besser bleiben oder lasst ihn zumindest vollständig abfackeln 😉 Diese Tomatensuppe mit orientalischen Aromen könnte für Euch ohnehin ganz gut nach Heimat schmecken, auch ohne Lightshow.

Zwiebelwürfel in einem kleinen Suppentopf in Pflanzenöl andünsten, passierte Tomaten und Gemüsebrühe hinzugeben, aufkochen lassen. Chilischoten, Sternanis und Zimtpulver in einen Teebeutel oder Teesieb füllen und diesen in der Suppe während 15 Minuten auf kleiner Hitze köcheln lassen, danach Gewürzbeutel/-sieb entfernen. Zum Schluß die gewürfelte Rote Beete in die Suppe geben und mit einem Stabmixer mega fein pürieren. Nochmals aufkochen und  mit Salz, Pfeffer abschmecken.

Die Konsistenz der Suppe sollte „leicht gebunden, soßig“ sein, damit – wenn überhaupt- nur wenig Flüssigkeit der veganen Tomatensuppe von unten in den Ausstecher hineinlaufen kann, … ganz wichtig. Andernfalls mischt sich die Spirituose mit zuviel Suppe und lässt sich nicht mehr entflammen! Hinweis: Gebenenfalls die wenige dünne Flüssigkeit im Ausstecher mit einem Küchenpapier aufsaugen! Kurzum: Daher entweder genau nach Rezept kochen oder gegebenenfalls mit einem TL Stärke noch etwas abbinden, sonst klappt´s nicht mit der Lightshow.

Der Morgenstern, bevor er verglüht

Anrichten – Morgenstern-Keksausstecher in eine kleine flache vorgewärmte Suppenschale einsetzen. 150 ml Suppe „Vegan XMas Lightning“  um die Form herum einfüllen, d.h. knapp unter den Rand des Ausstechers. Mit roten Pfefferbeeren und gehackter Blattpetersilie drumherum bestreuen. Der Suppen-Pegel und der Sprit-Pegel im Keksausstecher sollten identisch sein, sonst verhindert das physikalische Gestz der verbundenen Röhren das archaische Glühen dieses Sterns.

Der Morgenstern bekommt Energie zum Verglühn

Die Spirituose mit einem (halb gefüllten) Schnapsglas in den Morgenstern einfüllen und dann sofort am Tisch flambieren!

JETZT  aber ganz fix das LICHT AUSSCHALTEN, sonst hat man die Flammen nicht im Blick!  Nach dem die Energie bzw. der Sprit (etwas oder gerne auch komplett) abgefackelt ist, den heißen Morgenstern mit einer Pinzette entfernen und in eine nahe gestellte Schale mit Wasser setzen, blaue Flammen könnten noch abtropfen!

Jetzt flackert es aber urig!

Geschmacksprofil

Wer meinen Foodblog schon seit einiger Zeit liest, weiss, dass ich die Gewürze aus dem Morgenland (dort wo seit jeher religiös ethnische Konflikte immer wieder aufflammen), wie Zimt und Sternanis, nicht nur zur Weihnachtzeit gerne verwende. Da diese kulinarisch gesehen einen „warmherzigen Charakter“ darstellen, werden sie in anderen Kulturkreisen (z.B. in der muslimischen und asiatischen Welt)  zu jeder Jahreszeit genossen. Im deutschsprachigen Raum meist nur zur kalten Adventzeit, bei Kennern hingegen ganzjährig als Würze in Soul-Food geschätzt. Den diese Gewürze harmonieren mit heissen Tomaten und etwas Roter Beete nicht nur bei Kälte vorzüglich. Die aromatisierenden Spirituosen wie Gin oder Anisette, flambiert in der Tomatensuppe runden das Aromaprofil ab und zaubern ein psychedelisch anmutendes Grinsen ins Gesicht.  Zudem verdünnt/verwandelt die „spirituelle Flüssigkeit“ die zunächst soßige Konsistenz in die typisch suppige. Im Abgang sorgt Chili für leichte Schärfe dieser tomatig-fruchtig schmeckenden Suppe, zusammen mit dezent erdigen Noten von der Roten Beete.

Ein hoch%iges Food Pairing Rezept: Zunächst rot wie Santa Claus´ Umhang und dann mutiert zum verglühenden Morgenstern in der Dunkelheit! Inspiriert durch die blauen Flammen einer Feuerzangenbowle, den (zuvielen) Glühwein überall, und letztendlich durch die brennenden Tannenbäume aus den weihnachtlichen Bad News, … sichere Weihnachten Euch allen und bis dahin lustiges Vorglühen auf dem Glühwein-Markt!

Fazit

Nicht lange rumfackeln, sondern dieses einfache Rezept einmal ausprobieren bzw. flambieren! Schmeckt und flackert auch außerhalb der ach so besinnlichen Adventszeit. Denn brenna tuats guat,- immer-, wie Hubert von Goisern es in seinem Song bestätigt.

 

2 Kommentare
  • FEL!X
    Veröffentlicht um 03:25h, 19 Dezember Antworten

    Fürs Abfackeln – ähm Flambieren – bin ich stets zu haben. Eigentlich weniger der Lightshow wegen, als eher für eine Sublimierung der Aromen. Also meistens in der Pfanne.
    Die Idee mit dem Ausstecher ist natürlich genial – danke für diese Inspiration!
    FEL!X

    • Cookinator
      Veröffentlicht um 01:47h, 20 Dezember Antworten

      Ja, es ist ein echter Eyecatcher am Tisch. Lohnt sich auszuprobieren und die Aromen sublimieren ohnehin.

      Gruß aus dem milden vorweihnachtlichen Konstanz
      Stephan

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