Herbst Rezepte: Kürbissuppe 10 Variationen (Reste Kochen)

 Reste Kochen im Herbst

Kürbis lässt sich mit sehr vielen anderen Zutaten kombinieren und ist daher für Reste Kochen bestens geeignet. Sein Aroma ist sehr milde  und lässt sich wie andere stärkehaltige Zutaten (Kartoffeln, Reis, Pasta) mit prägnanten Aromen wie Ingwer, Fleischsaucen, Fisch, Kräuter und Gewürze etc.  sehr leicht harmonisch abstimmen. Die große orange Beerenfrucht gehört zu den typischen Zutaten eines herbstlichen Menüs und ist hinsichtlich Preis/Leistungsverhältnis derzeit erste Wahl.

Ihr könnt mit Kürbis  ganz einfach Fine Dining  a la „Reste kochen“zelebrieren. Mein Kühlschrank war nach einer größeren Session bzw. Event wieder mal mit ein paar Resten bzw. „LeftOvers“ gefüllt.  „Taste-before-you-waste“ Session ist dann obligatorisch, früher hieß das Reste Kochen oder auch Reste verwerten. Lebensmittelverschwendung ist einfach peinlich und uncool, trotzdem omnipräsent, und zwar massiv.

 Mit Lebensmitteln gegen Lebensmittelverschwendung spielen

Erkenntnisse des wissenschaftlichen Food Pairings, gepaart mit meinem obsessiven Experimentieren, führte zu diesem Spiel der Aromen bzw. Zutaten-Konstellationen. Natürlich ist die Reste-Situation und der Vorrat an Basics in jeder Küche individuell verschieden. Mit etwas Fantasie lassen sich hieraus weitere Kombinationen mit anderen ähnlich schmeckenden Zutaten ableiten, z.B. an Stelle roter Paprika wäre etwas Ajvar möglich, Erdnüsse ersetzen Cashewnüsse, Kichererbsen ersetzen Alblinsen, Mais ersetzt Popcorn u.s.w.

Die Basis ist entweder euer Lieblingsrezept für Kürbissuppe oder auch dieses hier:

Kürbissuppe

Zutaten für 6 Portionen a 300 ml

  • 1  kleiner Hokkaido Kürbis 700 g
  • 1 Pastinake
  • 1 Apfel
  • 1 Zwiebel
  • 1,5 l Gemüsebrühe, selbstgemacht aus Suppengemüse (Sellerie, Karotte etc)
  • 40 g  Butter
  • 1/2 TL Salz
  • schwarzer Pfeffer

 

Zubereitung
  1. Hokkaido-Kürbis abbürsten (muss nicht geschält werden), geschälte Pastinake, geschälter Apfel, Ziebel  in grobe Würfel schneiden.
  2. Gewürfeltes Gemüse und Apfel in einen Suppentopf geben. Mit 750 ml Gemüsebrühe  auffüllen. Aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze alles weichkochen, dauert ca. 15 Minuten.
  3. Anschließend sehr feincremig pürieren und die Konsistenz der Suppe nach Geschmack cremig einstellen, d.h. evt. die „richtige“ Menge Brühe nachfüllen.  Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
  4. Vor dem Servieren Butterstückchen unterrühren.  Mit Topping wie diesen  LeftOvers aufpimpen!

 

Kürbissuppe  Variationen a la „Reste Kochen“

 

kuerbis-suppe-curry-cashew-kokos1_dxo

Asiatischer Touch: Geröstete Cashewnüsse|Green Chili| Curry |Kokos

2 TL Kokosmilch-Creme (oder auch Sourcream) oder Kokosraspel von der letzten Weihnachtsbäckerei mit etwas Curry-Würze und Green Chili(Sauce) lassen fernöstliche Stimmung aufkommen.

 

kuerbis-suppe-paprika-parmesan-olivenoel_dxo

Mediterrane Variante: Paprika|Parmesan|Zitronenolivenöl

Gebratene rote Paprika, gehobelter Parmesan und beträufelt mit 1 TL Zitronenolivenöl. Ein aromatisches Topping mit Erinnerungen an Bella Italia.

 

kuerbis-suppe-fenchel-dill_dxo

Aroma-Explosion:  Sous-Vide Fenchel|Dill

Fenchelstreifen anschließend in Butter kurz sautiert, akzentuiert mit Dill. Durch die Sous-Vide Garung der dicken Fenchelstreifen bei 84°C während 2 Stunden im Vakuumbeutel entsteht ein überraschend intensives Fenchel-Aroma. Für die Fans der in Italien sehr beliebten Gemüseknolle genau die richtige Variante einer Kürbissuppe!

 

kuerbis-suppe-pilze-kkernoel_dxo

Herbsterlebnis: Gebratene Kräutersaitlinge|Kürbiskernöl

Bodenständig regionale Zutaten wie z.B. Waldpilze harmonisch mit Kürbiskernöl kombiniert.

 

kuerbis-suppe-rosenkohl-buchweizen_dxo

Kohl geht auch: Gebratener Rosenkohl|Buchweizen

Rosenkohlsuppe ist auf Grund des dominanten Aromas schwer vermittelbar. Aber mit ein paar kleinen in Olivenöl angebratenen Rosenkohlhälften in Kombination mit geröstetem Buchweizen bekommt diese Kürbissuppen Variante akzentuierte Röstaromen mit Pfiff.

 

kuerbis-suppe-rote-beete-anis_dxo

Kürbissuppe Temperatur-Spektrum: Rote Beete |Anisette (oder Ouzo)| Frühlingszwiebel

Eine kleine rote erdig süßlich schmeckende Knolle wird püriert und mit 1 TL Anisette (fr. Anis-Schnaps) oder Ouzo aromatisiert. Anschließend wird das Püree in einen kleinen Ausstecher Ring gefüllt (Untertasse drunter) und im Tiefkühlfach eine Stunde gekühlt. Der Ring wird auf einen vorgewärmten Suppenteller gesetzt. Kochend heiße Kürbissuppe einfüllen und Ring entfernen.  Die Temperaturen innerhalb des Suppentellers sind in etwa so hitzig und eiskalt wie Politiker weltweit schwätzen können. Interessant ist daher die temperaturabhängige Wahrnehmung der kontrastreichen Aromen  im Spiel zueinander oder auch im lauwarmen Grenzbereich Rot|Orange.

 

kuerbissuppe-kurkuma-milchschaum1_dxo

Fixe Idee: Kurkuma-Milchschaum |Rote Rettichsprossen

Oh-Wunder-Wurzel-Gewürz Kurkuma frisch in den Milchschaum gerieben, ein paar Rettichsprossen drauf. Ein Hingucker Topping, dass  exotisch leicht scharf schmeckt.

 

kuerbis-suppe-chorizo-popcorn_dxo

Mexiko-Style: gebratene Chorizoscheiben|Popcorn|Kreuzkümmel

Nun ja, die Mexikaner kennen das in der Form auch noch nicht, wenn auch diese Zutaten in Mexiko ziemlich beliebt sind.

 

kuerbis-suppe-getr-tomaten-rucola-ciabatta_dxo

Toskana Inspiration:  Cherrytomaten|Rucola|altbackene Ciabattascheibe

Ein „Arme-Leute-Essen“ war früher die Toskanische Brotsuppe „Aqua Cotta“. Neben Brot und gekochtem Wasser kommt hier vor allem Kürbis zum Tragen. Zudem ein Topping bestehend aus eingelegter getrockneter Cherrytomate und grob gehackten Rucola, dass  diese Suppe zu einem Wechselspiel  zwischen würziger Tomatensuppe und Kürbissuppe werden lässt.

 

kuerbis-suppe-alblinsen-rucola-buchweizen_dxo

Schwäbisch mediterrane Inspiration: Alblinsen|Rucola| Buchweizen

Die nussigen Aromen der Alblinsen werden durch die nussig scharfen Aromen des grob gehackten Rucola ergänzt. Gerösteter Buchweizen setzt dieser würzigen Einlage die Krone auf. So isch´s!

Fazit

Eine unkomplizierte Basis wie Kürbissuppe, Tomatensuppe oder auch Kartoffelsuppe vorkochen. Kombinieren mit Zutaten die vorrätig (zuviel) sind und die Suppe bekommt ein oft ein überraschend neues Gesicht.

Tipp

Auch die Bundesregierung kümmert sich. Es gibt eine kostenlose  BundesApp „Zu gut für die Tonne“ .

Je nach Wunsch tippt der Koch ein, was er an „Zuviel“ im Kühlschrank  – etwa Aubergine, Brokkoli, Risottoreis oder Wurst findet:   Prominente (Sterne)Köche wie Christian Rach  zeigen mit ihren Rezepten wie Lebensmittel schmackhaft vor der Tonne gerettet werden können. Zudem gibt es Information über die Haltbarkeit von Lebensmitteln und die Aufbewahrung etwa in verschiedenen Kältezonen von Kühlschränken.  Wer mit dieser App den Bundestrojaner fürchtet, gibt einfach hier auf meiner Seite oben rechts unter “ Suche Deine Zutat“ seine relevanten Zutaten ein. Ihr findet sicherlich nicht alles, aber so einiges mit Überraschungsmoment!

 

 

 

Merken

Merken

8 Kommentare
  • Maike Tietjen
    Veröffentlicht um 19:53h, 14 Oktober Antworten

    Mega kreativ! Super! Herzliche Grüße, die Salzfee aus Hamburg

    • Cookinator
      Veröffentlicht um 16:00h, 15 Oktober Antworten

      Danke! Die Verschwendung von Lebensmitteln mit etwas Kreativität reduzieren wird ja zum Glück schon vielfach praktiziert. Dies ist mein saisonaler Beitrag in Form von Rezeptideen dazu 😉

      Grüße aus dem Süden in den Norden 🙂

  • kochen-und-backen-im-wohnmobil.de
    Veröffentlicht um 23:08h, 16 Oktober Antworten

    Schöne Sammlung! Ich mach das auch so aber am liebsten aus Karotten oder einem Rest Kartoffeln.
    Liebe Grüße, Doreen

    • Cookinator
      Veröffentlicht um 17:05h, 17 Oktober Antworten

      Ja im Prinzip kann man mit sehr vielen Basics Gemüsen Variationen nach eigenem Gusto zaubern, Hauptsache nix wird weggeworfen weil man keine Idee hat.

      Gute Reise im Blauen Kasten 🙂

      Stephan

  • Saskia
    Veröffentlicht um 05:16h, 17 Oktober Antworten

    Das sind alles tolle Varianten!

  • Ela
    Veröffentlicht um 15:24h, 18 Oktober Antworten

    Eine super Idee, finde ich! Meist koche ich nicht nach Rezept sondern variiere mit dem was ich gerade da habe. Aber das macht ja nicht jeder so. Deshalb ein super Beitrag mit tollen Ideen 🙂
    Liebe Grüße,
    Ela

    • Cookinator
      Veröffentlicht um 17:16h, 19 Oktober Antworten

      Genau das war auch meine Intention, meine Initiative im Sinne von Taste before you waste, Ela 😉

      Kulinarische Grüße
      Stephan

Kommentieren